Bei einem Thema wie E-Mail-Zustellbarkeit bekommen wir Veränderungen meist sehr zeitnah mit – wir versenden selbst täglich und halten uns bewusst auf dem neusten Stand, auch weil wir es direkt merken, wenn sich bei Google, Yahoo oder Microsoft etwas verschiebt. Genau das ist in den letzten Monaten passiert: Die Zustellrate sinkt, ohne dass es eine offensichtliche Erklärung dafür gibt – kein Spam-Ordner, kein Bounce, die Mail ist einfach weg. Der Grund: Google, Yahoo und Microsoft sortieren schlecht konfigurierte Mails nicht mehr nur aus, sie lehnen sie inzwischen komplett ab. Wer regelmäßig an mehr als rund 5.000 Adressen bei Gmail, Yahoo oder Microsoft verschickt und die technischen Vorgaben nicht erfüllt, bekommt schlicht keinen Zugang mehr.
Was mich dabei am meisten beschäftigt: Die Technik dahinter – SPF, DKIM, eine sauber ausgerichtete DMARC-Policy, eine niedrige Beschwerderate und ein funktionierendes One-Click-Unsubscribe – ist seit Jahren bekannt. Neu ist, wie konsequent sie jetzt durchgesetzt wird. Und der Blick nach Deutschland zeigt, dass wir davon noch ein Stück entfernt sind: Unter den 250 größten deutschen Unternehmen hat laut einer aktuellen dmarcian-Auswertung nur gut die Hälfte eine durchsetzbare DMARC-Policy, beim breiten Mittelstand sieht es deutlich schwächer aus.
Genau deshalb ist es uns wichtig, dieses Thema verständlich aufzubereiten: Wir wollen, dass unsere Kunden die Hintergründe kennen, bevor sie die Auswirkungen schmerzhaft spüren. Der Aufwand, die eigene Domain abzusichern, liegt meist eher im Dokumentieren als im technischen Umsetzen – und lässt sich gut an IT, Hosting-Partner oder den eigenen E-Mail-Dienstleister delegieren. In unserem aktuellen Fachartikel gehe ich Schritt für Schritt durch, was dafür nötig ist, was die Zahlen aus Deutschland zeigen und warum sich auch jetzt schon ein Blick auf den nächsten Schritt – BIMI – lohnt.



